Dein Journal, dein Raum, deine Power

Ein Journal ist kein Projekt, ein Journal ist ein Raum. Mit deinem Journal hast du dich für die Erschaffung eines Raums entschieden, der dir ermöglicht, dich zu zeigen, ohne von außen bewertet oder kritisiert zu werden.

Ein Journal ist kein Kunstwerk, ein Journal ist ein Werkzeug. Es soll dir eine tiefgehende Auseinandersetzung mit deinen belastenden Gefühlen ermöglichen und dir Leichtigkeit bringen, wo es sich jetzt noch schwer anfühlt. Du darfst jeden alle Gedanken, Gefühle, Erlebnisse darin (und sowieso immer) wichtig nehmen, egal, was andere gesagt haben oder sagen würden. Nur du zählst! 


Ein Kreativjournal, wie ich es mir für NEUGEBÄREN für dich wünsche, ist dein persönliches Krea-Tief-Journal, denn du darfst hier tief tauchen und dich immer, wenn du wieder Luft holen möchtest, an die Luft treiben lassen.

Das Journal als Zuhause

Dein Journal unter Material zu subsumieren, ist direkt ein wenig flapsig. Das Journal ist das wichtigste "Werkzeug" für die Verarbeitung und Veränderung auf der "Baustelle" deiner derzeitigen Gefühle, wenn du an die Geburt deines Kindes oder die Anfangszeit mit Baby denkst. Zu Beginn von NEUGEBÄREN stand das Grundgerüst von Heldinnenreise, Zeitlichkeit, Schreibimpulse nach ein paar Wochen des Konzipierens und Reflektierens fest - und doch: Es fehlte noch was.

Erst durch einen glücklichen Zufall hatte ich die Idee, Schreiben mit bildnerischem Gestalten zu verknüpfen. Und plötzlich fühlte sich NEUGEBÄREN richtig an. Ein Journal zu gestalten war mir zu diesem Zeitpunkt nicht fremd, doch habe ich mich für NEUGEBÄREN noch intensiver in diese Art der Selbstreflexion reingetigert, Sekundärliteratur gelesen, ja, sogar selbst zwei Art-Journaling-Kurse belegt. Meine Begeisterung für dieses Ausdrucksmittel ist nur noch gestiegen. Schreiben am Computer oder auf einem Zettel, den man danach nicht mehr anschaut, kann selbstverständlich auch helfen. Aber ich behaupte, diese Form des Schreibens begleitet. Das Schreiben und Gestalten an einem Ort, den man betreten kann, gibt den Gedanken und Gefühlen erst ein Zuhause. Man kann sich dort ausruhen, man kann dort sein wie nirgends sonst. Man kann aber auch mal frische Luft schnappen - und erst wieder nach Hause zurückkommen, wenn einer danach ist.

(Art) Journaling

Ein Journal kann so vieles sein: Tagebuch, Kreativbuch (Art Journal), Selbstreflexions- und Wachstumsraum, Planungswerkzeug (Bullet Journal), Gefühlsausdruck, ein Ritual-Ort wie ein Dankbarkeitsjournal.

Als Mensch auf der Suche nach dem Warum & Darum und mit der großen Lust auf kreativen Ausdruck (als liebevolle Laiin statt professioneller Künstlerin im Bildbereich) kombiniere ich in NEUGEBÄREN das Beste aus zwei Welten: die kreativ-selbstreflexive Journalarbeit z. B. nach Lucia Capacchione und die künstlerische Gestaltungsarbeit aus dem Art Journaling.

Die nicht-dominante Hand

Lucia Capacchione ist berühmt für ihre Methode des Dialogisierens mit der nicht-dominanten Hand. Das ist etwas, was ich dir gerne für jeden Schreibimpuls hier anbieten möchte. 

Einfach mal die Seite wechseln nach Capacchione

Wenn du Lust hast, wechsele doch auch mal von deiner üblichen, also dominanten Schreibhand auf die andere, die für Schreiben unübliche Hand. Ja, dein Schriftbild wird krixelig, ungelenk, womöglich unleserlich sein, und das ist völlig in Ordnung. Wir dürfen der Einforderung einer "schönen Schrift", wie wir es aus Schulzeiten kennen, mit kritischem Widerstand begegnen.

Capacchiones Methode der "non-dominant hand" basiert auf der Idee, dass damit der Zugang zu unbewussten Gefühlen und Erinnerungen erleichtert wird. Denn die ungewohnte Hand aktiviert neue neuronale Verbindungen im Gehirn, die Aufmerksamkeit steigt, gewohnte Denkpfade werden unterbrochen, der Zugang zu intuitiverem Ausdruck wird erleichtert. Es geht also um das Verlassen der gewohnten Spur. 

Neurowissenschaftliche Studien zeigen auch, dass bei ungewohnten Tätigkeiten - wie eben dem Schreiben mit der nicht-dominanten Hand - mehrere Areale des Gehirns aktiviert werden, unter anderem auch solche, die für Aufmerksamkeit, Selbstwahrnehmung, Emotionalität zuständig sind. Auch die Kommunikation zwischen linker und rechter Gehirnhälfte wird dann stärker beansprucht, was kreative und integrative Prozesse begünstigen kann. 

Es ist also keine streng evidenzbasierte Methode und steht zwischen fundierter Annahme als auch praktischer Wirksamkeit. Es gibt neurologische Beweise, dass es zu tieferem emotionalen Zugang führt, als eben auch therapeutische Erfahrungsberichte, die positive Effekte bestätigt. Das Schreiben mit der non-dominant hand ist eine beliebte Methode in der Kunsttherapie, Gestalttherapie und Biografiearbeit. Weswegen diese Methode in NEUGEBÄREN unbedingt Erwähnung und auch Hand/lungsspielraum finden darf.

Es braucht keine Kunst. Es braucht Ehrlichkeit und Offenheit


Ein Kreativjournal verbindet Schreiben, Malen, Kleben, Zeichnen, freies Gestalten ohne Anspruch auf "schön" oder "richtig". Es ist dein Safe-Space, um deine Gefühle, Gedanken, Ideen festzuhalten, zu sortieren, neu zu formulieren. Es ist ein Tool für Selbstreflexion, Achtsamkeit, kreative Freiheit, ideal für alle, die sich selbst besser verstehen, zur Ruhe kommen oder inneren Prozessen sichtbaren Raum geben möchten - in Worten, Farben, Bildern.

Ein Kreativjournal hört dir immer zu, ohne zu werten - und hilft dir, Antworten auf Fragen zu finden, die bisher ungelöst sind. Gerade mit einer herausfordernden Geburt oder schweren Anfangszeit mit Baby kann ein Kreativjournal dir helfen, dein Erlebtes auszudrücken, zu sortieren, da sein zu lassen - und umzuschreiben und so wieder in eine Kraft zu kommen.