Willkommensimpuls 2: Das Akrostichon

Akrosticha sind seit der Antike in Verwendung. Im Mittelalter wurden sie auch verwendet, um geheime Botschaften oder Namen zu verschlüsseln. Heute werden sie gern in Schreibgruppen, in der Poesietherapie und in kreativen Workshops genutzt.

  • Akrosticha bringen niederschwellig schnelle Ergebnisse, was zum Weitermachen motiviert.
  • Gleichzeitig ermöglichen sie emotionale Tiefe.
  • Sie sind ein guter Gedankenöffner, dabei spielerisch, was es leichter macht, auch schwierige Themen zu berühren.
  • Die festgelegten Buchstaben bringen oft ungeahnte, für eine*n selbst überraschende Bilder, Wörter oder Sätze hervor.


Und wie sieht so ein Akrostichon jetzt aus? 

So sieht's aus

Am Beispiel NEUGEBÄREN. Du schreibst dir jeden Buchstaben untereinander auf eine Journalseite (du kannst auch Buchstabe für Buchstabe vorgehen, falls der Text zu einem Buchstaben länger wird als gedacht).

Und vielleicht noch ein Tipp, bevor du startest: Damit du dich in eine starke Selbstwirksamkeit hinein schreibst, erinnere dich auch daran, was dir ein gutes Gefühl gegeben hat. Ressourcenorientierung rules!

N  eonlichtgefühl im Kreißsaal
E  s ist so kalt, warum ist es so kalt?
U  nd die Musik bitte wieder off, ich kann mich nicht aufs Gebären konzentrieren
G  ebären ist Trance, lese ich später, na ja
E  s ist schwer, in Trance zu kommen, im grellen Krankenhausfeeling
B  ärenhöhle, eine Bärenhöhle, eine Ge-Bär-Umgebung hätte ich Bärin gebraucht
Ä  rgstens eigentlich, dass der Kreißsaal "Höhle" hieß, was für eine Farce!
R  und war mein Bauch, den ich jetzt schon vermisste, rund lief sonst gar nix
E  inzig die Hebammenschülerin strahlte Wärme aus, ihr
N  ame war Maria

Das ist ein Textimpuls, den du gut beim Warten auf Bus, Bahn oder Metro schaffst, wenn du dein Journal dabei hast (oder einfach Stift und Papier). Wie das Wort schon sagt, kannst du auch auf dem Spielplatz mit den Wörten spielen. Guten Schreibbeginn wünsche ich dir!